Projekt "Gesundes Boot" des Landes Baden Würtemberg

 

Gesunde Kinder in der Grundschule

Kompetente Kinder in Sachen gesunde Ernährung braucht das Land

Übergewicht und Bewegungsmangel sind vorrangige gesundheitliche Risikofaktoren des 21. Jahrhunderts. Prävention ist immer gut, vor allem dann, wenn sie schon im Kindesalter ansetzt. Sie umzusetzen ist erfreulicherweise sogar recht einfach, einen guten, vor allem festen Willen vorausgesetzt.

Für Kinder bedeutet dies, eine ausgewogene Ernährung bei viel Bewegung zur absoluten Gewohnheit werden zu lassen. Die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH hat diesen Gedanken mit großer Ernsthaftigkeit aufgenommen und ein Gesundheitsförderprogramm unter dem Namen „Komm mit in das gesunde Boot“ aufgelegt. Dieses Programm hat zum Ziel, die gesundheitliche Entwicklung von Kindern in den Kindergärten, in den Grundschulen und auch in den Sonderschulen breit angelegt zu fördern.

Komm mit in das gesunde Boot

Das von der Baden-Württemberg Stiftung finanzierte und geförderte Projekt wird schon seit 2009 landesweit in Grundschulen umgesetzt. Seit 2013 wird ein ganz äquivalentes Konzept auf Kindertageseinrichtungen angewandt. Dem zugrunde liegen die Ziele und Leitperspektiven des aktuellen Bildungsplans für Grundschulen (Klassen 1 bis 4) beziehungsweise der Orientierungsplan für Kindergärten.

Kompetenzen für Kinder

Die Kinder werden dabei auf eine eher spielerische Art an eine gesunde Ernährung herangeführt. Zugleich wird ihre naturbedingte Freude an der Bewegung gefördert. Im Fokus stehen vor allem drei wichtige Säulen, die den Kompetenzen der Kinder ein solides Fundament geben sollen:

  1. ausreichende Bewegung
  2. sinnreiche Freizeitgestaltung
  3. gesunde Ernährung

Wenn es gelingt, den Kindern auf diesen Feldern Kompetenzen zu vermitteln, bedeutet dies auch für ihr späteres Leben eine bessere Lebensqualität in jeglicher Hinsicht, also gesundheitlich, psychisch und sozial. Das Programm gründet auf einer wissenschaftlich fundierten Intervention in die Lebenswelt des Kindes. Erreicht werden sollen damit alle Kinder gleichermaßen, unabhängig von der sozialen Stellung ihres Elternhauses.

Ohne Weiterbildung geht es nicht

Mit von der Partie sind im Prinzip alle Kindergärten und Schulen in Baden-Württemberg. Das „gesunde Boot“ beinhaltet viele regionale Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte zu dem gesamten Themenkomplex um Freizeitgestaltung, Bewegung und Ernährung.

Zur Verfügung gestellt werden dafür diverse praxiserprobte Materialien, die im Alltag des Kindergartens und des Schulunterrichts direkt verwendet werden können. Diese Materialien wurden eigens durch einen pädagogischen Beirat entwickelt, dem erfahrene Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer angehören.

Zur Konzeption

„Komm mit in das gesunde Boot – Kindergarten“ sieht konzeptionell innovative Weiterbildungsmöglichkeiten für Betreuungskräfte im Elementarbereich vor mit einem Fokus auf die gesundheitliche Entwicklung unserer Kinder.

„Komm mit in das gesunde Boot – Grundschule“ verfolgt die Zielsetzung, das sehr erfolgreiche Programm „URMEL-ICE“ auf alle Jahrgangsstufen der Grundschule in ganz Baden-Württemberg auszuweiten.

Bei dem Programm „Komm mit in das gesunde Boot“ handelt es sich um eine verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahme mit dieser Schwerpunktsetzung:

  • Förderung aller körperlichen Aktivitäten
  • Deutliche Begrenzung zuckerhaltiger Getränke
  • Konsum von Bildschirmmedien herunterfahren

Jeder ist zum Mitmachen willkommen

Eingeladen zur kostenlosen Teilnahme an speziellen regionalen Fortbildungen sind alle Erzieherinnen und Erzieher, aber auch Lehrkräfte von Grund- und Sonderschulen in Baden-Württemberg. In den Grundschulen soll das Programm vor allem durch die Klassen- oder Fachlehrer vorangetragen werden. Die spiralcurricular aufgebauten Materialien unterstützen gezielt das vernetzte und interdisziplinäre Lernen.

Für jedes Schuljahr sind 20 Unterrichtseinheiten über richtiges Ernährungs-, Bewegungs- und Freizeitverhalten vorgesehen, wobei jede einzelne davon eine oder zwei Unterrichtsstunden ausmachen kann. Natürlich werden auch die Eltern in den Prozess einbezogen.

Das ist sogar ein ganz wichtiger Punkt, der nicht unterschätzt werden darf, denn ohne die Mitarbeit der Eltern geht es nicht. Für die Kindergärten sind gleich 30 Einheiten zu den Themen Ernährung, Bewegung und Freizeitgestaltung plus 20 Bewegungsstunden vorgesehen, wobei auch hier die Elternarbeit einen hohen Stellenwert einnimmt.

Zur Unterstützung der Erzieherinnen und Erzieher und der Lehrkräfte gibt es in jedem Land- beziehungsweise Stadtkreis in Baden-Württemberg mindestens einen pädagogisch geschulten Multiplikator. Diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren haben gleich mehrteilige Fortbildungen über die Theorie und Praxis des Konzepts im Angebot.

Fazit:

Unsere Kinder brauchen pädagogisch wertvolle Anleitung, um nachhaltig fürs Leben zu lernen, wie man sich gesund ernährt. In einer Studie wurde das diesbezüglich laufende Gesundheitsprogramm extra auf einen Prüfstand gestellt. Tatsächlich aßen die Kinder nach der Teilnahme gesünder, zudem bewegten sie sich mehr und sie waren seltener krank.

Die Evaluierung des Programms bestätigte die Richtigkeit des Gedankens, die Eltern von Anfang an mit ins Boot zu nehmen. Viele der teilnehmenden Eltern haben sich hinterher sehr positiv über das Programm geäußert und gaben zu, dabei selbst sehr viel gelernt zu haben.

Themenschwerpunkte