Gesunde Kinder - kranke Gesellschaft

Wir als Erwachsene sind im täglichen Leben oft einer Menge von Stress ausgesetzt. Darum schauen wir manchmal neidvoll auf unsere Kinder beziehungsweise denken ebenso neidvoll an unsere eigene Kindheit, wo Stress eine Art Fremdwort war.

Die Frage ist jedoch, ob Kinder objektiv ohne Stress heranwachsen?

Und auch die Erinnerungen an unsere eigene Kindheit lassen hier und da Ereignisse auftauchen, die wir als Kind als Stress empfunden haben, wo wir aber zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, dass es sich um Stress handelt.

Dies sind die unangenehmen Erinnerungen, die wir oft auch im Unterbewusstsein vergraben haben und an die wir uns nicht gerne erinnern wollen.

Die Annahme, dass Kinder heute stressfrei leben, nur weil sie nicht die Probleme bewältigen müssen, die unseren Alltag bestimmen (langweilige Arbeit im Betrieb, finanzielle Probleme, persönliche Probleme etc.), könnte nicht falscher sein. Denn Kinder empfinden Stress. Sie sind nur nicht in der Lage, damit umzugehen, da sie noch nicht gelernt haben, Bewältigungsstrategien anzuwenden. Damit wird dieser Stress unter Umständen zu einer sehr signifikanten Angelegenheit.

Die Probleme, die Kinder stressen, sind in der Regel andere als die, die uns plagen. Zum Beispiel Probleme in der Schule, Probleme mit Freunden oder Spielkameraden etc. betreffen uns ebenso wenig wie unsere Probleme die Kinder betreffen (obwohl es auch hier sich überlappende Situationen geben kann, wo Kinder auch unter „erwachsenem“ Stress leiden können). Für die Kinder sind diese Probleme und der damit verbundene Stress ebenso real, unangenehm und zerstörerisch, wie es unsere Probleme für uns sind.

Die Natur der Kinder jedoch ist, glücklich, dynamisch, lebenslustig und neugierig (wissensdurstig) zu sein. So jedenfalls stellen wir uns „normale“ Kinder vor. Heute gehen Schätzungen davon aus, dass 15 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen unter zeitweiligen oder langanhaltenden Depressionen leiden.

Für die Pharmaindustrie ist diese unglückliche Entwicklung natürlich ein gefundenes Fressen, ihre Heilsbotschaften von den glücklich machenden Antidepressiva an den Mann zu bringen. Inzwischen ist bekannt, dass die pharmakologische Behandlung von Depressionen, auch beziehungsweise gerade bei Kindern und Jugendlichen, absolut keine Lösung darstellt.

Was also ist zu tun, wenn man seine Kinder nicht mit modernen Pillen bei Laune halten will?

Was hatten unsere Vorfahren gemacht, die noch keine solchen Pillen zur Verfügung hatten? Waren alle deren Kinder rundum-gestresst?

Es gibt wenig Grund zu dieser Annahme. Vielmehr gibt es Grund zu der Annahme, dass wir vielleicht noch etwas von unseren Vorfahren in dieser Hinsicht lernen können.

Neun Tipps wie man ein Kind glücklich erzieht

Wer möchte nicht, dass seine eigenen Kinder glücklich sind? Je glücklicher die Kinder, desto glücklicher auch die Eltern. Und dies lässt sich ganz ohne Pharmaindustrie und raffinierte Erziehungsmethoden erzielen.

Gesunde Ernährung

Schlechte Laune und sogar Depressionen bei Kindern sind oft das Resultat einer Ernährungsweise, die sich bevorzugt oder ausschließlich auf industriellen erzeugten Nahrungsmitteln stützt. Heute wissen wir, dass die größten Mengen vom Glückshormon Serotonin nicht im Gehirn, sondern Gastrointestinaltrakt vorkommen. Gehirn und Darm sind so eng miteinander verbunden, dass man heute sogar von der sogenannten „Hirn-Darm-Achse“ oder dem „Bauchhirn“ spricht.

Die einfachste Art und Weise, hier für Gesundheit und Glück zu sorgen, sowohl für Kinder, aber auch für Erwachsene, ist der bevorzugte Verzehr von ursprünglichen biologischen Nahrungsmitteln. Dies sind Nahrungsmittel, die nicht verarbeitet sind und so verzehrt werden, wie die Natur sie uns anbietet.

Pestizide, Konservierungsmittel, Düngemittel, künstliche Aromen etc., verbunden mit einem eklatanten Mangel an Ballaststoffen, sind Markenzeichen von „Industriefutter“, das nicht nur keinen Nährwert hat, sondern den Organismus zusätzlich mit diesen unphysiologischen Stoffen belastet.

Nachteil dieser Strategie ist, dass man selbst oder jemand aus der Familie in der Lage ist, ein wenig zu kochen. Denn nicht alle biologischen und organischen Nahrungsmittel sind zum rohen Verzehr geeignet. Die dafür notwendige Zeit und das dafür notwendige Können sind oft angeblich unvereinbar mit den Erfordernissen des modernen Berufslebens. Hier bietet Fastfood die entsetzliche Alternative, Zeit bei der Vorbereitung zu sparen, was aber auf lange Sicht gesehen von der Gesundheit einen hohen Preis einfordert.

Für Kinder ist diese „Alternative“ noch bedrohlicher, da deren Organismus sich im Aufbau befindet. Hier können Mängel an vitalen Nährstoffen langfristig katastrophale Folgen haben. Um dies zu vermeiden, ist es mehr als empfehlenswert, sich selbst zu informieren, worauf es bei einer gesunden Ernährung ankommt. Man muss selbst auch für sich und seine Kinder die Zeit finden, zu geregelten Zeiten in Ruhe zu essen und am besten zusammen in der Gemeinschaft. Diese Vorbildfunktion in diesem Bereich prägt die Kinder auf positive Weise für den Rest des Lebens. Und dieses „Ritual“ zeigt den Kindern, dass sie wichtige Mitglieder der Familie sind. Wir haben es hier also nicht nur mit einer gesunden physiologischen Ernährung, sondern auch mit einer gesunden mentalen Ernährung zu tun.

siehe auch: Schlechte Ernährung senkt den IQ bei Kindern

Esszeiten

Ich sprach es bereits an: Geregelte Esszeiten sind wichtiger als oft angenommen, besonders bei Kindern. Denn unregelmäßige Nahrungszufuhr, verbunden mit langen Zeiten ohne Nahrungsaufnahme kann zu Unregelmäßigkeiten beim Blutzucker führen (Hypoglykämie), was wiederum einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden der Kinder hat. Sie werden gereizt, aggressiv, unruhig etc., ohne dass sie gleich willkommene Fälle für ein Hyperaktivitätssyndrom für die Schulmedizin sind.  Kinder müssen ihren wachsenden Organismus auf einer regelmäßigen Basis mit „Treibstoff“ versorgen, was am besten mit regelmäßigen Mahlzeiten und Essenszeiten gewährleistet werden kann.

Schlaf

Regelmäßiger Schlaf ist, ähnlich wie geregelte Essenszeiten, ein weiteres „Geheimnis“ für Gesundheit und ein gutes Gedeihen für Kinder, aber auch für alle Erwachsenen. Gerade für Kinder ist Schlafmangel eine Ursache für schlechte Laune, Gereiztheit, Verhaltensstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite.

Studien dazu haben gezeigt, dass knapp 30 Minuten mehr Schlaf als gewöhnlich eine signifikante Veränderung von Verhalten und Stimmung bei den Kindern zur Folge hat.

Kinder zwischen 5-12 Jahren brauchen zwischen 10-11 Stunden Schlaf für eine optimale körperliche und psychische Entwicklung. Um dies zu gewährleisten, sollten solche Sachen, wie Fernseher, Computer, Videospiele, Handys etc., aus dem Kinderzimmer verbannt werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, den Raum während der Nacht so dunkel wie nur möglich zu halten. Denn Licht, auch wenn es relativ unscheinbar ausfällt, kann den Schlaf beeinträchtigen und die innere Uhr des Kindes beeinträchtigen. Es ist bekannt, dass ein Schlaf in einer Umgebung mit aktiven Lichtquellen zu einer geringeren Produktion an Melatonin und Serotonin führt und damit die Schlafqualität negativ beeinflusst. In der Praxis drückt sich das so aus, dass man morgens unausgeschlafen ist, obwohl man seine üblichen 7-8 Stunden geschlafen hat.

Spielen

Spielen ist wichtig für die Beherrschung von Geist und Körper. Spielen, bei dem Kinder ohne Anleitung von Erwachsenen ihren Spieltrieb austoben können, ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Kinder ihre Fantasie entwickeln, Stress abbauen und einfach nur Kinder sein können. Die Erziehung von Kindern sieht heute jedoch so aus, dass sie mit Aufgaben und Terminen zugeschüttet werden, dass sie teilweise sogar keine Zeit mehr haben, zu geregelten Mahlzeiten zu essen oder Hausaufgaben zu machen. Aber vielleicht ist das ein gewollter „Trick“, um die Kinder schon vorzeitig an die Anforderungen des modernen Berufslebens zu gewöhnen. Auf der Strecke dabei bleiben das Kindsein und später mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Menschsein.

Auch die Frage des Spielzeugs spielt hier eine Rolle. Hightech-Spielzeuge vermitteln viel zu häufig nur Showeffekte, sprechen aber kaum die Fantasie der Kinder an. Zu Beginn ist das zwar für die Kinder interessant. Aber nach einigen Wochen liegt das Ding dann nur noch in der Ecke. Einfache Spielzeuge, wie Bauklötze, Puppen, Baukästen etc., erlauben ein kreatives Spielen und bleiben auf lange Zeit für die Kinder interessant. Wenn diese nicht mehr interessant werden, dann liegt es am voranschreitenden Alter der Kinder und nicht am Spielzeug. Spielen in der Natur und unter freiem Himmel, der Kontakt mit der Natur, Flora und Fauna ist ein besonders wichtiger Beitrag, um die Naturverbundenheit der Kinder zu erhalten und zu fördern. Spielen mit Tieren, wenn sie nicht allzu gefährlich sind, ist ebenfalls eine wichtige Angelegenheit.

Ausdruck von Gefühlen

Kinder sind laut und stören deshalb. Aber Kinder sind nicht laut, weil sie stören wollen. Es ist ihre Art und Weise, sich auszudrücken. Sie schreien, weinen, springen, hüpfen etc. als Form ihrer Ausdrucksweise. Es ist nicht empfehlenswert, diese Ausdrucksform zu verbieten, und damit den Kindern die Möglichkeit zu rauben, ihre Empfindungen zu äußern. Man sollte als Eltern diese Ausdrucksformen positiv aufnehmen und auf sie eingehen. Sie sind Teil einer gesunden Entwicklung, auch wenn sie den Erwachsenen manchmal gehörig auf die Nerven geht.

Entscheidungen treffen

Kindern wird dauernd erzählt, was sie zu tun haben. Besser ist es, ihnen eine Möglichkeit der Wahl von Alternativen anzubieten, für oder gegen die sie sich entscheiden können. Es ist für das Kind immer ein besseres Gefühl, sich für etwas entschieden zu haben, als etwas machen zu müssen, was ihm befohlen worden ist. So kann man zum Beispiel das Kind entscheiden lassen, was es anziehen möchte, oder was es essen möchte, oder was es spielen oder mit wem es spielen möchte etc.

Ernst genommen werden

Auch wenn es oft nicht so aussieht, aber Kinder wissen, wenn man ihnen nicht wirklich zuhört und nur so tut als würde man zuhören. Zum Beispiel wenn man Fernsehen sieht oder in seinem Facebook wühlt. Zwischen Erwachsenen ist so ein Verhalten schon fast eine Beleidigung. Für Kinder ist es ein Zeichen, dass sie momentan unerwünscht sind, was wiederum eine Stresssituation für sie darstellen kann. Auf der anderen Seite ist das Kind überglücklich, wenn die Eltern zuhören und auf das Anliegen des Kindes eingehen. Was für uns selbstverständlich ist, das ist für das Kind eine neue Erfahrung. Und neue Erfahrungen sollten gute Erfahrungen sein, da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie das Kind für lange Zeit oder den Rest des Lebens prägen.

Bedingungslose Liebe

Liebe ist die Wurzel des Verhältnisses zu Kindern. Diese Liebe sollten Kinder dauerhaft und intensiv erfahren, selbst dann, wenn sie mal nicht so brav waren und Vaters neues Auto mit dem Dreirad angekratzt haben. Es ist zwar nicht in Ordnung, Sachen zu beschädigen. Das muss den Kindern entsprechend vermittelt werden. Aber man sollte immer darauf achten, dass bei den Kindern nicht der Eindruck von Lieblosigkeit entsteht. So weiß das Kind, dass es sich auf seine Eltern verlassen kann, gleichgültig was passiert.

Selber glücklich sein

Es ist schwer, andere glücklich zu machen, wenn man selber unglücklich ist. Das gilt auch für die Kinder. Wenn man selber gestresst und unglücklich ist, dann bekommen Kinder dies mit und reagieren dementsprechend. Als Eltern ist man Vorbild für seine Kinder und gibt ein entsprechendes Beispiel, dem die Kinder bewusst und unbewusst folgen. Von daher ist es mit Rücksicht auf seine Kinder oberste Pflicht, selber glücklich zu sein oder zu werden, und dieses Glück an seine Kinder weiterzugeben und vorzuleben.

Fazit

Es ist schwer, in einer unglücklichen Gesellschaft mit Stress, irrsinnigen beruflichen Anforderungen, unnatürlichen Ernährungsweisen, zeitlichen Restriktionen und einer sich immer mehr von natürlichen Prozessen entfernenden Gesundheitsideologie (wie sie von Schulmedizin und Ernährungswissenschaft propagiert werden) seiner Kinder so anzunehmen, dass sie in den Mittelpunkt des eigenen Lebens rücken und die dementsprechende Zuwendung erhalten.

Ohne diesen Fokus und ohne diese Zuwendung verkümmern die Kinder mental bereits zu einem frühen Zeitpunkt so weit, dass sie vorzeitig optimale „Roboter“ für das auf sie zukommende Berufsleben werden, die nur den Beruf und die Anforderungen des Arbeitgebers im Auge haben und sonst nichts. Man hat fast den Eindruck, dass diese „mentale und emotionale Vergewaltigung“ der Kinder Teil des Prozesses ist, der willfährige Arbeitstiere für die Zukunft bereitstellt.

Wer solche unnatürliche Prozesse und Verhältnisse akzeptiert und fördert, der darf sich nicht wundern, wenn körperliche und geistige Erkrankungen nicht nur bei den Erwachsenen zunehmen, sondern bereits in jungen Jahren bei Kindern und Jugendlichen zunehmend zu verzeichnen sind.

 

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